Auf Spurensuche bei den adidas INFINITE TRAILS

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Ein Renntag bei den adidas INFINITE TRAILS lässt sich aus vielen Perspektiven erleben. Diesmal möchte ich einige der Menschen kennenlernen, die diesen Tag mitgestalten, und zugleich herausfinden, wie sich das Rennen an den Zuschauerpunkten auf den Bergen verfolgen lässt. Dafür folge ich den Spuren jener Menschen, die hinter den Kulissen mit anpacken, den Läufer*innen an der Strecke den Weg weisen und mit ihrer Begeisterung für die außergewöhnliche Atmosphäre des Events sorgen – von der Alpenarena bis hinauf auf die Berge und zurück.

Viele Hände, ein gemeinsames Ziel

Es ist vier Uhr morgens im Gasteinertal. Noch ist die Alpenarena fast leer. Während die ersten Athlet*innen gerade aufstehen oder frühstücken, sind hinter den Kulissen bereits zahlreiche Helfer*innen mit den Vorbereitungen beschäftigt. An der Schlossalmbahn treffe ich Martin Riebel, der gemeinsam mit dem Logistikteam dafür sorgt, dass Material zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommt.

 

Martin ist seit rund 50 Jahren mit Gastein verbunden. Seine Eltern besaßen hier eine Wohnung, später arbeitete er zehn Jahre lang für adidas. Er war selbst Leistungssportler, kennt die Bergsportbranche und ist als Bergwanderführer unterwegs. Bei den adidas INFINITE TRAILS engagiert er sich seit 2023 freiwillig. Helfen bedeutet für ihn auch, etwas zurückzugeben.

Im Logistikbereich bei der Schlossalmbahn kümmert er sich darum, dass benötigtes Material ausgeliefert wird, bringt Ausrüstung zu den Startbereichen und hilft beim Installieren der Werbebanner.

„Mich beeindruckt, in welcher Geschwindigkeit dieser ganze Logistikapparat aufgebaut wird“, erzählt er. „Jeder hilft jedem – alles für die Athletinnen und Athleten.“

Während Martin und seine Kolleg*innen weiterarbeiten, beginnt im Tal langsam der Morgen. Als ich wenig später in die Alpenarena zurückkehre, ist von der Ruhe nicht mehr viel übrig.

Um 6:00 Uhr fällt der erste Startschuss des Tages und die ersten Läufer*innen der 60K-Runde machen sich auf den Weg in die Berge.

Ein eingespieltes Team auf der Schlossalm

Meine Spurensuche führt mich als Nächstes auf die Schlossalm. Ich nutze das Wanderschaukelticket. Für 30 Euro kann ich fünf Bergbahnen nutzen und mich damit bequem zwischen den verschiedenen Zuschauerpunkten entlang der Rennstrecken bewegen. Oben an der Bergstation angekommen, begegne ich Friedrich und Christine Reichholf, die an diesem Tag als Streckenposten im Einsatz sind.

Friedrich ist gebürtiger Hofgasteiner. Christine stammt aus Bad Ischl und lebt seit 55 Jahren im Gasteinertal. Beide kamen 2018 über eine Anfrage des Alpenvereins zu den adidas INFINITE TRAILS und sind seit der ersten Austragung als Helfer dabei.

Als Streckenposten waren sie bereits am Graukogel, in Rastötzen und mehrfach auf der Schlossalm im Einsatz. In diesem Jahr sind sie im Bereich zwischen der Brandner Hochalm und der Zirbenlacke im Einsatz.

„Wenn sich die Läuferinnen und Läufer im Vorbeilaufen bei uns bedanken, ist das unsere größte Motivation, sie zu unterstützen“, erzählen die beiden.

Für mich geht es weiter zur Kaserebenbahn, wo bald die ersten Läufer*innen auf der 30K-Strecke durchkommen werden. Anschließend geht’s ins Angertal, wo ich von zwei Freunden abgeholt werde. Unser nächster Stopp ist der Graukogel.

Zwischen Anfeuern und Wolkenbruch am Graukogel

An der Talstation angekommen, sehen wir die Athlet*innen der 45K-Distanz sowie jene des Loop L, bevor es mit dem Graukogellift zur Mittelstation geht. Auch hier bietet sich eine super Gelegenheit zum Anfeuern – und tatsächlich treffe ich dort den Fanclub Kreuzthaler aus Hofgastein. Früher waren sie selbst als Volunteers dabei. Seit das Kind da ist, stehen sie als Zuschauer an vorderster Front und feuern an, was das Zeug hält.

Anschließend geht es für uns hinauf zur Bergstation. Oben an der Labestation treffe ich Norbert und Monika Ellmauer. Ihr Sohn Felix läuft in der 60K-Wertung mit und wird später als ausgezeichneter Sechster ins Ziel kommen.

Um 10:30 Uhr setzt plötzlich heftiger Regen ein. Auf der Suche nach einem trockenen Platzerl an einer nahe gelegenen Hütte begegne ich dem Schwiegervater von Matthias Naglmayr. Der Gasteiner zählt zu den Favoriten im 60K-Bewerb und ist zu diesem Zeitpunkt noch auf der Strecke unterwegs. Sein Schwiegervater unterstützt ihn dabei und bringt mit dem E-Bike Verpflegung an die Strecke – ein kleines Puzzlestück auf dem Weg zum Heimsieg, den Matthias später an diesem Tag im Gasteinertal feiern wird.

Die Sonne zeigt sich am Stubnerkogel

Unser nächster Stopp ist der Stubnerkogel. Kurz vor 14 Uhr erreichen wir den Gipfel – und pünktlich zu unserer Ankunft kommt die Sonne wieder heraus. Oben stehen auch Martin und Sandra Wulfert. Sie sind als Streckenposten im Einsatz und weisen den Läufer*innen den Weg hinunter zur Stubneralm. Zum dritten Mal helfen sie bereits bei den adidas INFINITE TRAILS mit. Seit Jahren kommen sie als Urlauber ins Gasteinertal. Unter anderem wegen des Heilstollens kehren sie regelmäßig zurück – und inzwischen kommen sie auch jedes Jahr als Helfer zum Rennen.

Wo das Tal wieder zusammenkommt

Nach den Begegnungen auf den Bergen führt uns der Weg zurück ins Tal. Als wir wieder in der Alpenarena ankommen, hat der Großteil der Läufer*innen das Ziel bereits erreicht.

In der Alpentherme treffe ich den Geschäftsführer Klaus Lemmerer. Nach einem langen Tag kommen hier die Teilnehmer*innen und Helfer*innen wieder zusammen, schöpfen wieder Kraft und tauschen ihre Erlebnisse aus

Klaus Lemmerer begleitet die adidas INFINITE TRAILS seit ihren Anfängen als Partner und Mitglied des Organisationsteams. Zu Beginn waren nur wenige Einheimische am Start, in diesem Jahr sind es bereits 260 Gasteiner. 

 

Verändert hat sich auch, wie präsent Trailrunning heute im Tal ist. „Die Trailrunning-Begeisterung hat sich extrem gesteigert. Seit 2026 gibt es eine eigene Lauf-Community mit wöchentlichen Aktivitäten“, erzählt Klaus Lemmerer. Zugleich kommen immer mehr junge, laufbegeisterte Menschen das ganze Jahr über in die Region. 

 

Meine Spurensuche endet damit dort, wo an diesem Tag vieles zusammenläuft: bei den Läufer*innen, Helfer*innen und Zuschauer*innen – und bei einer Begeisterung, die längst über den Renntag hinausreicht.