Nikolauskirche

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Nikolauskirche

Themen: Sommer | Herbst | Winter
Bad Gastein

Geheimtipp in Bad Gastein für Historiker!


Diese Kirche aus dem 15. Jahrhundert gilt als Kleinod der Kulturregion Bad Gastein. Besonders sehenswert sind ihre gut erhaltenen spätgotischen Fresken und der Ehrfurcht gebietende Barockaltar. Hier befindet sich auch die älteste Steinkanzel im Salzburger Land.

Baugeschichte und Baugestalt
Am nördlichen Ortsrand steht in Hanglage an der alten Straße die Filialkirche St. Nikolaus. Als Erbauungsdatum wird das Jahr 1389 überliefert. Das Patrozinium des Hl. Nikolaus deutet darauf hin, dass das Gotteshaus einst eine Gewerkenkirche gewesen sein muss. Bei der Kirche handelt es sich von der architektonischen Erscheinung her um ein eine Vertreterin des Einstützenraumes.

Wandmalereien
Einzigartig in der Kirche sind die großflächigen Wandmalereien, die großteils aus der 2. Hälfte des 15. Jhs. stammen und dem nicht näher bekannten „Meister von Schöder“ zugeschrieben werden können. Diese Malereien, in der Barockzeit übermalt, wurden 1893 (Langhaus) bzw. 1950-1952 (Chor) wieder freigelegt.

Die Bildfelder in der Nordostecke des Kirchenraumes zeigen das Leiden und die Auferstehung Christi bis zu seiner Himmelfahrt. Das Bild an der Nordwand im Chor zeigt in der Nähe zum Hochaltar und der Sakramentsnische das Mannawunder (Ex 16). Daneben befindet sich ein ornamentales Feld mit der Inschrift „Sancta Maria ora pro nobis“. Im oberen Teil wird die Schutzmantelmadonna dargestellt, darunter eine Dreiergruppe von Heiligen, bei der sich in der Mitte der Pestpatron Sebastian befindet, flankiert von den Aposteln Petrus und Paulus. An der gegenüberliegenden Wand finden sich Szenen aus dem Leben des hl. Nikolaus. Die Darstellung in der Südostecke des Laienraumes zeigt das Weltgericht. Jünger, datiert im Jahr 1517, ist der Stammbaum Christi an der Südseite des Langhauses.

Der Hochaltar
Der Hochaltaraufbau stammt aus dem Jahr 1755 von namentlich nicht bekannten Künstlern. Das zentrale Hochaltarbild zeigt den Kirchenpatron, den hl. Nikolaus mit den drei dankschuldigen Jungfrauen und ihrem Vater. Links und rechts befinden sich Statuen des hl. Martin (mit Gans) und des hl. Ulrich (mit Fisch). Das Oberbild des Hochaltars zeigt die Aufnahme bzw. Krönung Mariens im Himmel.

Die Kanzel
Die spätgotische prismatische Steinkanzel befindet sich an auf den Chorstufen und ist an die Südwand angefügt. Sie ist die älteste Kanzel dieser Art im Land Salzburg. Zwei der drei Seiten sind mit Blendmaßwerk versehen. Die Stirnseite ziert der rot-marmorne Grabstein des Jörg Framinger d. Ä.

Die Seitenaltäre
Die beiden Seitenaltäre standen ursprünglich an der Triumphbogenwand, wurden aber, um die Fresken sichtbar zu machen, 1951 in die Mitte der Nord- bzw. Südwand versetzt. In ihrem Aufbau sind sie einander gleich.

Der ältere Altar rechts, dem Hl. Sebastian gewidmet, und wurde 1652 von der verwitweten Mitterbad-Wirtin Katharina Hofer gestiftet. Das Gemälde, den Hl. Sebastian an den Baum gefesselt darstellend, stammt mit ziemlicher Sicherheit von Georg Haim und der Aufbau vom Tischler Michael Pruest (vgl. die Seitenaltäre in der Pfarrkirche Dorfgastein).

Der linke Altar wurde 1659 von der Bergwerksbruderschaft zu Ehren des Leidens und Sterbens Christi gestiftet (die entsprechende Inschrift an der Predella wird von knienden Bergleuten in ihrer Arbeitstracht flankiert). Das Altarbild zeigt den Kreuzestod Jesu mit Maria und Johannes unter dem Kreuz.

Statuen
Die Kreuzigungsgruppe am Triumphbogen stammt aus dem 18. Jahrhundert. Während das Kreuz im Bogen hängt, stehen Maria und Johannes seitlich in den Baldachinen des Bogengewändes.

An den Diensten im Chor befinden sich zwei moderne Statuen des hl. Isidor und der hl. Notburga, geschaffen von Jakob Adlhart um 1954.

Bemerkenswert ist noch an der Südwand die figürliche barocke Darstellung der unbefleckt empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, eine Pietà aus der Mitte des 17. Jahrhunderts und mehrere Epitaphien bedeutender Bürger Bad Gasteins.

Bis zum Jahr 1890 hatte St. Nikolaus die Funktion als Friedhofskirche. 1945 wurde diese Tradition in der Anlage von Soldatengräbern wieder aufgegriffen.


Besichtigungen im Sommer
täglich 8.00 - ca. 18.00 Uhr




Öffnungszeiten
Donnerstag (heute)
08:00 - 18:00
Freitag
08:00 - 18:00
Samstag
08:00 - 18:00
Sonntag
08:00 - 18:00
Montag
08:00 - 18:00
Dienstag
08:00 - 18:00
Mittwoch
08:00 - 18:00

Sonn- und Feiertage: 
Pfarrgottesdienst um 08.30 Uhr


Links

Adressen
Nikolauskirche
Bismarckstraße
5640 Bad Gastein, AT