Auf Skiern durch den Bauernmarkt

Höchster Bauernmarkt Sportgastein

Regionale Wertschöpfung steht für Heimat: das Gute, Nahe und Vertraute. Gasteins Landwirte versorgen Einheimische mit dem, was ihnen Wald, Wasser und Wiesen schenken: Käse, Fisch, Wurst, Speck, Honig, Marmelade oder Schnäpse. Ein paar umtriebige Hüttenwirte habe sich etwas Schönes einfallen lassen: Sie bringen ihre Produkte auf Bauernmärkten direkt vor die Skihütten. In Sportgastein führt Andreas Pointner den höchsten Bauernmarkt der Alpen auf 2.650 m, direkt neben der Bergstation der Goldbergbahn und der legendären Kugel.

Zeigen, was die Region kann

„Unseren Gästen schmecken die Produkte aus dem Gasteinertal“, ist sich Andreas Pointner sicher und führt mich in die Küche des Skizentrums Angertal. Im Winter betreibt er das Skizentrum und das Skirestaurant Weitblick, im Sommer kocht er im berühmten Seehof. „Mit Bauernmärkten auf Skihütten wollen wir den Urlaubern unsere Schätze näherbringen.“ Neben Wiener Schnitzel, Würstel mit Pommes oder Gulaschsuppe, die ihr sonst auf Skihütten erwartet, gelangen regionale Schmankerln nun dort hin, wo ihr sie nicht vermuten würdet: mitten ins Skigebiet.

In der Küche des SB-Restaurants geht es hektisch zu. Hier werden Schnitzel frittiert, dort die Masse für den Kaiserschmarren gerührt, wo anders wird Salat gewaschen. Der gelernte Koch lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und stellt einen kleinen Topf mit Butterschmalz auf den Herd.

Regionalität wird im Gasteinertal groß geschrieben. Auch Andreas ist stark in der Region verwurzelt und schätzt lokale Wertschöpfung. Seine Eltern sind Landwirte und haben sein Bewusstsein für die Heimat geprägt: „Am Wastlingut, ein Erbhof seit ewigen Zeiten, produzieren meine Eltern heute noch Schnaps und Marmeladen“, schwärmt er. Schon als junger Bub hat er fleißig mitgeholfen: Obst pflücken und verarbeiten sind ein Teil seiner Kindheit. „Wir brauchen noch 15 Wiener bitte!“ ruft er durch die Küche.

Gasteiner Fleischkrapfen

Neben kalten Gerichten wird auf den Bauernmärkten auch Warmes serviert – so auch die hoch geschätzten Gasteiner Fleischkrapfen. Das Butterschmalz ist inzwischen heiß: Andreas weiht mich in die Geheimnisse seiner Fleischkrapfen ein, deren Zubereitung er von seiner Mutter gelernt hat. „Ich musste ihr ein paar Mal über die Schulter schauen, bevor ich ein Rezept daraus ableiten konnte“, gesteht er. Gute Köche entwickeln ihr Rezepte selbst, kochen ein wenig nach Gefühl, kosten, schmecken ab und gut ist´s. Hier also die Pointner´schen Fleischkrapfen nach direkter Überlieferung:

Zutaten:

700 g Roggenmeh
400 ml Wasser
100 ml Milch
10 g Salz
1000 g Selchschopf
500 g Kartoffeln gekocht
1 Zwiebel,1 Knoblauchzehe fein geschnitten
Salz, Pfeffer, Petersilie, Majoran

Zubereitung

  • Teig: Mehl und Salz vermischen, warme Milch und warmes Wasser dazugeben, rühren bis der Teig fest ist. Den Teig mit einem Nudelwalker ausrollen, Kreise ausstechen und mit Mehl bestreuen, damit er nicht kleben bleibt.
  • Fülle: Zwiebel und Knoblauch in etwas Schmalz glacieren und in einer Schüssel mit dem grob faschierten Selchfleisch und den gepressten Erdäpfeln vermengen. Petersilie dazugeben und mit den Gewürzen abschmecken.
  • Krapfen: Die Masse auf die Teigblätter legen und diesen zusammenschlagen. Den Rand mit Wasser bestreichen, damit der Teig besser hält. In heißem Butterschmalz schwimmend herausbacken, bis die Krapfen auf beiden Seiten goldgelb sind. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Fertig.
  • Beilage: frisches Sauerkraut

Die Fleischkrapfen zischen, als sie Andreas ins heiße Fett legt. Ein paar Minuten werden sie auf beiden Seiten goldgelb herausbacken. Er richtet sie in einer Pfanne mit dem Sauerkraut an, das er bereits vorbereitet hat. Sie schmecken köstlich, knusprig, würzig und das Sauerkraut fällt schön sämigen und bissfest aus.

Andreas Pointner
Es kann nur einen geben, einen Fleischkrapfen-Meister.

Am Bauernmarkt: einkaufen, abgeben, abholen

Schnapsflaschen, Käse und Wurst haben im Rucksack wenig Platz oder sind unpraktisch, aber die Gasteiner dachten an alles: Euren Einkauf vom höchsten Bauernmarkt der Alpen könnt ihr bei der Bergstation der Goldbergbahn abgeben und nach dem Ski fahren bei der Talstation abholen. Skifahrer sollen es schließlich leicht und bequem haben. In diesem Sinne: Schnallt euch die Ski an, gönnt euch ein paar elegante Schwünge und kostet die Schmankerln des Gasteinertales. Von 10. bis 17.03.2018 geht’s auf Skiern durch den Bauernmarkt, denn die Skihütten stehen im Zeichen bäuerlicher Produkte und übrigens auch guten Weines. Prost und Mahlzeit.

Die Bauernmärkte im Gasteinertal

  • Feldinghütte (Bad Hofgastein)
  • Jungerstube (Bad Gastein)
  • Waldgasthof Angertal (Bad Hofgastein)
  • Weitmoser Schlossalm (Bad Hofgastein)
  • Wengeralm (Dorfgastein)
  • Bergstation Goldbergbahn (Sportgastein)

Eine Initiative von Ski amadé

Die Bauernmärkte auf den Skihütten sind eine Initiative von Ski amadé: Der Zusammenschluss der 5 Ski-Regionen Salzburger Sportwelten, Schladming-Dachstein, Gastein, Hochkönig, Großarltal ermöglicht Skigenuss auf 270 Liften und 760 Pistenkilometern mit nur einem Skipass.

Egal ob Hotel, Pension, Urlaub am Bauernhof oder Ferienwohnung. Hier finden Sie die passende Unterkunft für Ihren Urlaub in Gastein.

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