Strudel und Mehr – Ein kulinarischer Spaziergang ins Kötschachtal

Spazieren gehen, Strudel und Schnaps – in Bad Gastein findet man auf einem einzigen langen Spaziergang städtische Genüsse im Stakkato-Takt – und die tiefe Stille der fantastischen Alpenwelt. Ein echter Tipp.

Großstädtisch lecker, idyllisch ruhig: Ein ganz besonderer Walk & Talk

Quirliges, weltoffenes Stadtleben. Komplette Waldesruhe. Beides tolle Erlebnisse. Aber am besten wirken sie im direkten Kontrast. Ein großes Glück, wenn man sie an einem einzigen Tag und auf einem einzigen Spaziergang verbinden kann. Zusammen mit kulinarischen Genüssen und Ausblicken auf Spitzenniveau. Mit der richtigen Route klappt das in Bad Gastein aufs Allerbeste. Ich hätte da einen Tipp: Den Weg über die Kaiser-Wilhelm-Promenade ins idyllische Kötschachtal nämlich. Ein Wandertraum, den man mit leerem Magen angehen sollte…

Schon Bad Gastein ist ja eigentlich ein Phänomen: Die großen, ehrwürdigen Hotelbauten, weltläufige Belle Époque & Brutalismus-Architektur, ein Hauch mondäner Geschichte – und das sehr gegenwärtige Gemisch verschiedenster Weltsprachen auf den Innenstadtstraßen. Und rund umher die zauberhafte Alpenwelt des Nationalparks Hohe Tauern. Wer hier, mitten im Zentrum, die Schritte auf die Kaiser-Wilhelm-Promenade lenkt, bekommt schnell eine ganz neue Perspektive. Ich liebe diesen ruhigen Pfad: Immer mit Ausblick auf Berge und Gasteinertal.

Guglhupf! Strudel! Kaffeehaus-Träume! Mitten im Alpen-Idyll!

Und hier, an der Grenze zwischen Stadt und Natur gibt es ein paar der feinsten kulinarischen Adressen. Bei Vanessa Golle im KWP Chalet & Concept Store zum Beispiel lässt sich formidables handgemachtes Süßes entdecken, so zum Auftakt. Oder auch nur für einen entspannten Trinkgenuß mit Ausblick stoppen: Der wärmende Orangenpunsch ist hausgemacht, ebenso der Guglhupf. Wer will, kann sich hier auch ein köstliches Andenken mit nach Hause nehmen… Zum Beispiel ein Gericht vom Sternekoch zum Zu-Hause-Fertigkochen!

Klug ist es aber auch, noch ein wenig Platz im Magen zu lassen. Denn eine kurze Fußstrecke weiter wartet schon das Café Schuh – und das ist eine Welt für sich: Hier grüßt das alte, stilvolle Österreich. Das kleine Kaffeehaus als Ort zum Verweilen. Verspielt und umrankt von Rüschengardinen als Boten einer alten Zeit… die hier gerne noch viel länger stillstehen darf. Denn wer Café-Chef Remo de Joris’ Charme erlebt und den Topfenstrudel mit Vanillesauce kostet, der sehnt sich unweigerlich ein ganz klein wenig nach den Tagen, in denen in der Alpenrepublik überall solche Kaffeehäuser zu finden waren.

Aber es wird tatsächlich noch (er)füllender. Denn nur einige hundert Meter, am letzten Rand der kleinen Metropole Bad Gastein, wartet noch ein weiterer, wiederum ganz eigenständig faszinierender Rückzugsort: Das Haus Hirt. Drinnen gibt es frische Farben, viel Raum zum Atmen und kundig ausgewählte entspannte Musik aus der weiten Welt – und vor den riesigen Fenstern grüßt in der Tiefe das beeindruckende Tal. Kaum irgendwo auf der Welt fügt sich die Musik der Kings of Convenience so schön ins Alpen-Idyll… Und zu Punsch und fein gezaubertem Kuchen oder Stollen. Ein echtes Refugium für junge, weltoffene Genießer.

Zahme Eichhörnchen vor dem Srudel-El-Dorado

So entspannt, zufrieden und sacht auf die klare Waldluft vorbereitet, ist die kleine Wanderung, die nun folgt, ein wahrer Genuss: Denn hinter dem Haus Hirt wird die Höhenpromenade bald von Bäumen umschlossen, die echte Natur übernimmt das Zepter. Wobei: Die Alpen-Viecherl sind hier schon besonders zahm. Im Promenaden-Zauberwald fressen der Wanderin die Eichhörnchen buchstäblich aus der Hand. So nah bekommt man die Tierwelt selten zu spüren. Ein kleines Zuckerl fürs Herz ist das für die viertelstündige Waldwanderung auf diese Art…

 

…ehe sich dann der Wald wieder so ganz langsam lichtet und die ersten Häuser des stillen Kötschachtals zu sehen sind. Und es die nächsten echten Zuckerl gibt: Denn ganz in der Nähe direkt am rauschenden Kötschachbach öffnet in diesem Winter das Hotel Grüner Baum wieder seine Pforten. Olaf und Jason vom beliebten Regina Hotel in Bad Gastein hauchen den alten Gemäuern neues Leben ein und laden im Ganghoferstüberl zu echten Alpen-Schmankerln.

Aber obacht: Denn der kulinarische Bergtraum ist noch lange nicht vorbei. Schon weitere ebenerdige 15 Minuten Fußweg entfernt, wartet die Himmelwandhütte. Eine echte österreichische „Jausenstation“ mit Blick auf den Bocksteinkogel und Tischlerkar. Die aber weit mehr zu bieten hat, als schnöde Brotzeiten: Alle Gasteiner wissen, was hier geboten ist. Und lieben es: Das beste hausgemachte Essen gibt es in der Himmelwandhütte, dafür bürgen Sigi und Wolfgang. Allein die bunte Strudelwelt lohnt den Weg: Vom Weichselkirsch-Topfenstrudel bis zum Fleischstrudel. Und wer weiß, dass Tochter Sabrina Jägerin ist und den Hirsch aus dem heimischen Wald in die Küche bringt, der darf auch bei den herzhaften Gerichten ganz genau hinschmecken – und genießen.

Nur nicht überfressen – und stattdessen bald wiederkommen

Das – übrigens autofreie – Tal der Genießer ist damit freilich immer noch nicht zu Ende. Das ist erst nach dem idyllischen Weg bis zum Alpenhaus Prossau erreicht. Falls wirklich nichts mehr in den Magen passt: Auch der Anblick des Hauses lohnt den Weg. Denn es handelt sich wirklich um ein „Alpenhaus“. Aus Holz und fein verziert, mit Bergwald und Felsen als Backdrop… und ganz tief in der Ruhe des Nationalparks Hohe Tauern. Ich empfehle den Strudel und die frischen Forellen, die hier serviert werden.

Also: Falschmachen kann man auf diesem kulinarischen Traumpfad wirklich nichts. Schlimmstenfalls kann sich der arglose Wanderer aufs Allerköstlichste überfressen… Und insofern gibt es eigentlich nur einen einzigen weiteren Tipp: Vorab überlegen, nach welchem Genuss heute der Sinn steht. Und dann ganz bald wiederkommen.

Copyright Text & Fotos: Nadin Brendel für Studio5640.com in Bad Gastein

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